Welche IP sieht eine Website bei einem normalen HTTP-Request?
Vergleicht getrennte IPv4- und IPv6-Requests über dedizierte Probe-Hosts.
Sammelt ICE-Kandidaten (host/srflx/relay). srflx-Kandidaten können öffentliche IPs offenlegen.
| Typ | Adresse | Transport | Hinweis |
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IP-Leak Test: Was wird hier geprüft und wozu?
Kurz erklärt: Was ein IP-Leak ist, wie Sie die Ergebnisse richtig einordnen und was bei einem Leck zu tun ist.
Was ist ein IP-Leak überhaupt?
Von einem „IP-Leak“ spricht man, wenn Ihre echte öffentliche IP-Adresse sichtbar wird, obwohl sie eigentlich verborgen sein sollte. Typischerweise hinter einem VPN, Proxy oder dem Tor-Netzwerk. Das Tückische daran: Der Browser zeigt scheinbar brav die VPN-Adresse an, während über einen „Nebenpfad“ trotzdem die reale Adresse durchsickert. Sie wiegen sich also in Sicherheit, obwohl Websites, Werbenetzwerke oder Tracker Ihre echte IP sehen können. Und damit auch Ihren Internetprovider und den ungefähren Standort!
Diese drei Leckpfade prüft der Test
- HTTP-Baseline: Welche IPv4- und IPv6-Adresse sieht eine ganz normale Website bei Ihrem Aufruf? Das ist der Ausgangspunkt, an dem sich alle weiteren Checks messen lassen.
- IPv4/IPv6-Probe (Dual-Stack): Hier wird über getrennte Testserver einmal ausschließlich per IPv4 und einmal ausschließlich per IPv6 zugegriffen. Das ist der Klassiker unter den Leaks! Viele VPN-Dienste tunneln nämlich nur IPv4 sauber. IPv6-Verkehr läuft dann munter am Tunnel vorbei und verrät Ihre echte Adresse.
- WebRTC (STUN): WebRTC nutzt Ihr Browser z.B. für Videotelefonie (Meet, Teams & Co.). Über sogenannte STUN-Anfragen kann der Browser dabei öffentliche IP-Adressen ermitteln – je nach Konfiguration sogar an VPN oder Proxy vorbei. Der Test sammelt diese „ICE-Kandidaten“ und zeigt, was Ihr Browser preisgibt.
Ergebnisse richtig einordnen
Ohne VPN, Proxy oder Tor ist es völlig normal, dass in allen drei Bereichen Ihre reguläre Provider-Adresse auftaucht. Das ist kein Sicherheitsproblem, sondern schlicht die Funktionsweise des Internets. Der Test ist in diesem Fall eher ein Transparenz-Check: Sie sehen, was jede besuchte Website ohnehin über Sie erfährt.
Mit aktivem VPN gilt dagegen eine einfache Faustregel: Alle angezeigten Adressen sollten zum VPN-Anbieter gehören – IPv4 wie IPv6! Taucht irgendwo Ihre echte Provider-Adresse auf (erkennbar z.B. am ASN Ihres Internetanbieters), liegt ein Leak vor. Besonders häufig betroffen: die IPv6-Probe. Wenn Ihr VPN kein IPv6 tunnelt, Ihr Anschluss aber welches hat, geht dieser Verkehr ungeschützt raus.
Die Einordnung übernimmt der Test direkt für Sie: Bei jeder Karte oben finden Sie nach dem Durchlauf eine Bewertung samt priorisierter Abhilfe-Liste – vom wichtigsten zum optionalen Schritt.
Was tun bei einem Leak?
Die wirksamsten Gegenmaßnahmen, grob nach Priorität: Aktivieren Sie in Ihrem VPN-Client den IPv6-Leak-Schutz (bei guten Anbietern Standard) oder deaktivieren Sie IPv6 notfalls am Gerät, solange das VPN aktiv ist. Ein Kill-Switch verhindert, dass bei Tunnelabbruch ungeschützter Verkehr fließt. Gegen WebRTC-Leaks helfen Browser-Einstellungen bzw. Erweiterungen, die WebRTC auf den Tunnel beschränken oder deaktivieren. Und danach: einfach hier erneut testen, ob die Maßnahme gegriffen hat!
Häufige Fragen
Der WebRTC-Test zeigt keine Kandidaten – gut oder schlecht?
Aus Datenschutzsicht eher gut: Ihr Browser gibt über WebRTC schlicht nichts preis, weil die Funktion deaktiviert oder
blockiert ist (z.B. per Firewall oder Erweiterung). Beachten Sie nur, dass dann auch Videotelefonie im Browser
eingeschränkt sein kann.
Muss ich WebRTC generell abschalten?
Nein. Moderne Browser verschleiern lokale Adressen inzwischen standardmäßig (mDNS). Kritisch wird WebRTC vor allem in
Kombination mit VPN/Proxy, wenn dabei die echte öffentliche IP sichtbar wird. Genau das zeigt Ihnen der Test.
IPv4 und IPv6 gehören unterschiedlichen Providern – ist das ein Problem?
Ohne VPN kann das legitime Gründe haben, etwa Übergangstechniken wie DS-Lite oder NAT64. Mit VPN ist es dagegen ein
klares Warnsignal: Mindestens eines der beiden Protokolle läuft dann am Tunnel vorbei.